Patrick Neuhaus: Die Arno Breker-Ausstellung in der Orangerie Paris 1942. Auswärtige Kulturpolitik, Kunst und Kollaboration im besetzten Frankreich

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Neuerscheinung, lieferbar | Berlin 2018
ISBN 978-3-937294-08-7
Flexibler Einband / Paperback, 15 x 23 cm
164 Seiten, 49 Fotoabbildungen in SW und Farbe

28,- EUR (D)

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Umschlagtext:
Die Arno Breker-Ausstellung in der Orangerie des Tuileries zu Paris gilt heute der historischen und kunsthistorischen Forschung als das Symbol der Besatzungszeit der Jahre 1940–1944 und vor allem der Kollaboration. Am 15. Mai 1942, nach mehr als einem Jahr intensiver Vorbereitungen vor allem deutscher, aber auch französischer Stellen, war die Retrospektive durch die beiden französischen Regierungsmitglieder Abel Bonnard und Jacques Benoist-Méchin wie ein feierlicher Staatsakt eröffnet worden. Franzosen hatten ein Comité d’honneur der Ausstellung gebildet, Charles Despiau zeichnete für einen prachtvollen Begleitband verantwortlich und Jean Cocteau schrieb eine Würdigung. Die Rezeption in Deutschland, wie in Frankreich, war intensiv. Die vorliegende Arbeit stellt die erste wissenschaftliche Monographie zur Ausstellung dar. Sie schildert Idee und Umsetzung, Inszenierung und mediale Wirkung des Ausstellungsvorhabens und ordnet dieses in den kulturpolitischen Kontext deutscher Frankreichpolitik ein. Hierzu konnten neue biographische Verbindungen, vergessene Reden und Ansprachen dokumentiert sowie bildgeschichtliche Zusammenhänge aufgezeigt werden.

Der Autor:
Patrick Neuhaus (geb. 1970), M.A., Historiker und Kunsthistoriker, studierte Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und Architektur in Berlin. Er forscht und publiziert zur Geschichte der deutschen Auswärtigen Politik, zu den deutsch-französischen Beziehungen, zur Kunst- und Architekturgeschichte, Sammlungsgeschichte und weiteren Themen. Darüber hinaus trat er als Herausgeber ideengeschichtlicher Texte hervor. Der Autor lebt und arbeitet in Berlin.

Pressestimmen:
Die Breker-Ausstellung des Jahres 1942 in der Orangerie des Tuileries ist schon mehrfach erwähnt und als ein Schlüsselereignis der deutschen Kulturpolitik im besetzten Frankreich gewürdigt worden. Patrick Neuhaus, Historiker, Kunsthistoriker und Verleger, widmet ihr jetzt eine Monographie, die die Hintergründe dieses Ereignisses minutiös nachzeichnet. Der Verfasser wertet erstmals einschlägige Archivalien aus deutschen und französischen Archiven aus (Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Berlin; Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde; Archives Nationales, Paris). Hervorzuheben ist auch das reichhaltige Bildmaterial, das den Text begleitet. Seine Arbeit gliedert sich in mehrere Teile: Einleitung, S. 9 – 15; I. Arno Breker – Bildhauer und Architekt, S. 16 – 23; II. Der kulturpoltische Kontext der Orangerie-Ausstellung, S. 27 – 42; III. Rekonstruktion der Ausstellung, S. 43 – 10; IV. Rezeption der Ausstellung, S. 121 – 126; V. Schlußbetrachtung, S. 127 – 128; Dokumente, S. 129 – 139; Quellen und Literatur, S. 141 – 150, Abbildungsnachweise, S. 151; Abkürzungen, S. 153; Personenverzeichnis, S. 155 – 160. Das Besondere an der Breker-Ausstellung war, daß die Initiative dazu, zumindest nominell, von französischer Seite ausging (S. 43). Sie wurde damit zu einem Höhepunkt der deutsch-französischen Kollaboration. Wenn die Einladung von französischer Seite erfolgte, erklärt dies auch, daß das von Karl Epting geleitete Deutsche Institut in Paris, sozusagen der „verlängerte Arm“ der deutschen Botschaft, was Aktivitäten im Bereich der deutschen Kulturpolitik betraf, ausnahmsweise im Hintergrund agierte. (…) Neuhaus mißt der Kultur zu Recht einen hohen Stellenwert im Rahmen der Kollaboration bei. (…) Der Autor benennt als deutsche Protagonisten der Kollaboration besonders Botschafter Otto Abetz, weiterhin den Leiter des Deutschen Instituts Paris Karl Epting, dann Abetz‘ Stellvertreter Rudolf Schleier, seinen Mitarbeiter Wilhelm Knothe sowie Major Heinz Schmidtke von der Propagandastaffel, um nur die prominentesten Namen zu erwähnen. Die Breker-Ausstellung wurde am 15. Mai eröffnet und wurde ein voller Erfolg. Auf der französischen Seite sprachen bei der Eröffnung bzw. anderen, mit der Ausstellung zusammenhängenden Manifestationen Abel Bonnard, Mitglied der Académie Française und Ministre Secrétaire d’État à l’Éducation Nationale, Jacques Benoist-Méchin, vielseitig begabter Journalist und zeitweise Befürworter eines „Neuen Europa“ unter deutscher Führung, Alphonse de Châteaubriant, Träger des Prix Goncourt und Propagandist der Annäherung an Deutschland, Georges Grappe, Conservateur du Musée Rodin sowie Ministerpräsident Pierre Laval. Neuhaus publiziert dankenswerterweise alle ihre Reden und Ansprachen im vollen Wortlaut (S. 129 – 139). (…) Die vorliegende Arbeit erweitert ohne Zweifel den Blick auf Brekers Schaffen und insbesondere seine Mitwirkung an den deutsch-französischen Beziehungen in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Neuhaus betont zu Recht, daß Kunst-Ausstellungen im Rahmen der NS-Kulturpropaganda zu Propagandazwecken eingesetzt wurden, nicht nur im deutsch-französischen Bereich.                                       Frank-Rutger Hausmann, Informationsmittel IFB, Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft (Die vollständige Rezension finden Sie hier.)

Auszug aus dem Personenregister:
Otto Abetz, Ernst Achenbach, Marc Augier, Johann Sebastian Bach, Wilfried Bade, Max Baldmer, Balleron, François Bard, Jacques Barnaud, Georg Prinz von Bayern, Ingeborg Becker, Ludwig van Beethoven, Paul Belmondo, Jacques Benoist-Méchin, Laurence Bertrand Dorléac, J. Bianchi, Jean Bichelonne, Kurt Biebrach, Johannes Boehland, Ursula Böhmer, Ernst H. Börner, Bolangarro, Abel Bonnard, Hans Bork, Martin Bormann, Gerda Bormann, Henri Bouchard, Antoine Bourdelle, Firmin Bourgeois, Albert Buesche, Hermann Bunjes, Heinrich Buscher, Amédée Bussières, Donato Bramante, Bran, Robert Brasillach, Maurice Brianchon, Fernand de Brinon, André Castelot, Gabrielle Castelot, Pierre Cathela, Ernest Causson, Paul Cézanne, Jacques Chardonne, Alphonse de Châteaubriant, Frédéric Chopin, Christophanetti, Georges Clemenceau, Clodion, Jean Cocteau, Gabriel Cognac, Alfred Cortot, Pierre Constantini, Rolf Cunz, Olga Dahlgreen, Dante, François Darlan, Louis Darquier de Pellepoix, David d’Angers, Marcel Déat, René Delange, Marcel Delannoy, Claude Delvincourt, Camille Denis de Rivoire, André Derain, Charles Despiau, Jean-Claude Dondel, Pierre Drieu la Rochelle, Henri Duparc, Durand, André Dunoyer de Segonzac, Kurt Edzart, Heinrich Ehmsen, Kathrin Engel, Jean Eparvier, Karl Epting, Pierre d’Espezel, Alexander von Falkenhausen, Étienne-Maurice Falconnet, Gabriel Fauré, Camille Fégy, Ramon Fernandez, Ernest Flammarion sen., Ernest Flammarion jun., Alfred Flechtheim, Le Floc’h, Charles Floquet, Karl Frahm, Othon Friesz, Hermann Giesler, Joseph Goebbels, Hermann Göring, Edda Göring, Johann Wolfgang von Goethe, Gossmann, Gounet de Villiers, Charles Gounot, Georges Grappe, Jacques Greber, de Grosville, Lucien-Victor Guirand de Scevola, Sacha Guitry, Karl Haberstock, Louis Hautecœur, Hartog, Gerhard Heller, Walter Hewel, Jean-Antoine Houdon, d’Huart, Adolf Hitler, Arthur Honegger, Jacques Ibert, Eberhard Jäckel, Jean Janin, Eugen Jochum, Ernst Jünger, Arthur Kampf, Herbert von Karajan, Siegfried Kasche, Wilhelm Kempff, Hans Knappertsbusch, Wilhelm Knothe, von Krafft, Wilhelm Kreis, Gerhard Krüger, Heinz Joachim Kutzschenbach, Slavko Kvaternik, Barbara Lambauer, Paul landowski, René Lasserre, Hartmann Lauterbacher, Pierre Laval, Raymond Legueult, François Léhideux, Louis Lejeune, Lucien Lelong, Serge Lifar, Germaine Lubin, Le Corbusier, Walter Lierau, Albert Lindgens, Carl Linfert, Jean Luchaire, Herbert Lucht, Heinrich Graf Luckner, Charles Magny, Aristide Maillol, Édouard Manet, Paul Marion, Matthäus, Niko Mazaraki, Annemarie Merkel, Michelangelo, Eckart Michels, Erhard Milch, Claude Monet, Montaignac, Berthe Morisot, Nicola Moufang, Benito Mussolini, Friedrich Nietzsche, Isamun Nugochi, Carl Oberg, Roland Oudot, Auguste Perret, Philippe Pétain, Joachim Petsch, Pablo Picasso, Wilhelm Pinder, Francis Poulenc, Georg Rabuse, Franz Rademacher, Rudolf Rahn, Günter Ranft, Pierre-Auguste Renoir, Joachim von Ribbentrop, Rainer Maria Rilke, Werner Rittich, Auguste Rodin, Charlotte Rohrbach, Romain Rolland, Alfred Rosenberg, Henri Rousseau, François Rude, Eugène Rudier, Alfred Saalwächter, Fritz Sauckel, Henri Sauguet, Georges Scapini, Ernst Schaumburg, Martin Schieder, Rudolf Schleier, Dietmar Schmidt, Heinz Schmidt, Gotthold Schneider, Nora von Schnitzler, Franz Schubert, Robert Schumann, Edouard Schuré, Karl Schwendemann, Friedrich Sieburg, Johannes Sommer, Cécile Sorel, Albert Speer, Margarete Speer, Hans Speidel, Richard Strauss, Carl-Heinrich von Stülpnagel, Otto von Stülpnagel, Karl Lothar Tank, Josef Thorak, Jürgen Trimborn, Charles Trochu, René d’Uckermann, Maurice Utrillo, Robert Valencay, André Valtry, Cornelis Van Dongen, Marc Vaux, Leonardo da Vinci, Maurice de Vlaminck, Richard Wagner, Jean Walter, Ernst Wiechert, Sarah Wilson, Hugo Wolf, Rudolf Wolters, Carltheo Zeitschel